Costa Rica: rein ins Abenteuer!

Costa Rica: rein ins Abenteuer!

 

Start über Kloten und mit „nur“ 12-stündigem Direktflug direkt nach San José, Costa Rica! Kurz übernachten, Mietwagen übernehmen und das Abenteuer beginnt: Fahrt via Rio Tarcoles und Crocodile Bridge (Amerikanische Spitzmaulkrokodile) nach Manuel Antonio, wo wir uns die ersten Tage anklimatisieren.

 

Baden am Strand, Spaziergänge im Regenwald und erste Entdeckungen: Leguane vor den Füssen, Affen über den Köpfen und Vögel allüberall. Herrlich! Abends ein „kleines“ Gewitterli, das Abkühlung verspricht und alles wieder sauber wäscht. Was will man mehr?

 

In bester Laune nehmen wir die nächste Etappe in Angriff: auf geht’s zur wilden Halbinsel Osa im Südosten. Die Strassen sind gut – viiiieeel besser als noch vor Jahren – , der Verkehr nicht übermässig, alles läuft rund. Bis Puerto Jimenez. Da leitet uns das Navi auf eine Schotterpiste. Kein Problem, aber wirklich 18 km?! Egal, wir brausen los. Nicht nur auf Schotterpiste, sondern auch über schmalste Brüggli, Flussläufe, vorbei an Schlaglöchern, … Costa Rica eben.

 

Angekommen in der Lodge fühlen wir uns wie im Paradies; im wilden Paradies. Hier lebt der Regenwald und wir sind die Gäste. Bei Wanderungen lernen wir alle vier Affenarten Costa Ricas kennen, machen Bekanntschaft mit Ameisen. Ich speziell mit der „Verteidigung“. Die „soldiers“ sind grössere Ameisen, die die anderen beschützen, wenn es sein muss. Und durch unser Getrampel auf den Plan gerufen, marschieren sie auch schon los. Und eine von ihnen ist so nett, sich an meinen Hosen festzuklammern. Und das können sie. Ich hab jetzt ein Loch in der Hose vom Entfernen der Ameise.

 

Mit dem Föteler und dem Natel versuchen wir all die Tiere auf Film zu bannen. Nicht ganz leicht. Aber unsere Ausbeute ist nicht so schlecht: Affen, Aras, Tucane, kleine, hochgiftige Fröschli, Leguane, Eidechsen, Ameisen, Nasenbären, Schmetterlinge, Krebse, …

 

Auch ein Spaziergang zum Strand darf nicht fehlen:

 

 

Zurück im Hotel müssen wir feststellen: es kann auch hier regnen. Aber so eine kurz Erfrischung tut grad richtig gut.

 

Gerne würden wir länger bleiben, die Lodge ist wirklich fantastisch schön. Aber auf dem Programm steht schon das nächste Highlight: Nebelwald – auf der Suche nach dem sagenumwobenen Quetzal! Auch diese Etappe ist etwas anstrengender. Nach der Schotterpiste und der Küstenstrasse kommen schon bald Haarnadelkurven rauf auf die cordillera de Talamanca. Es wird nebliger, die Strassen sind voller und ab San Isidro de El General (700 müM) wälzen sich auch etliche Brummis auf den Strassen. Zusammen mit den Trucks fahren wir die Interamericana über den cerro de la muerte (3451 müM) bis zur nächsten Lodge, die nur noch auf über 2600 müM liegt. Der Weg zu ihr ist zwar kürzer als der „Aufstieg“, dafür aber auch deutlich steiler.

 

Hier ist es deutlich kühler. Die Strassen noch prekärer. Und das Erlebnis ein neues. Auf der Suche nach dem Quetzal lernen wir auch Land und Leute kennen, erfahren vieles über Schulen und Naturschutz. Und sichten natürlich auch den Quetzal. Und nicht nur einen!

 

Auf unserer Weiterreise dürfen wir noch vieles weiteres entdecken und interessantes über Land und Leute erfahren. 

 

Während eines regnerischen Nachmittags backen wir Tamales und Tortillas und trinken agua dulce mit der Kochlehrerin. In einem botanischen Garten posieren wir vor Riesen-Bambuspflanzen, dem Cannonball-Baum und Würgefeigen. In typischen Tico-Beizli geniessen wir typisch costaricanisches Essen: Zum Zmorge ein Gallo Pinto. Selbstverständlich mit Salza Lizano. Tagsüber empanadas, ein casado, ceviche, chicharrones, nachos, … und zwischendurch immer wieder ‚mal einen frischgemixten batido. Mmmhhhh!

 

In einer Lodge bestaunen wir die Plantagen, deren es zwei hat. Eine für die Selbstversorgung, eine für die freilebenden Tiere im Regenwald, damit die erste Plantage nicht komplett geplündert wird. Hier gibt es Mangos, Papayas, Maniok, Kaffee- und Kakaobäumchen und eine kleine Faultierfamilie in den Bäumen. Noch mehr Plantagen, weitaus grössere, sehen wir auf unserem Ausflug nach Los Chiles. Riesige Ananas-, Zuckerrohr und Obstbaumplantagen und mehr. Wo möglich, wird hier in Mischkulturen angepflanzt. Monokulturen und Brandrodungen sind verpönt, ja gar verboten.

 

Eindrücklich wie das Land mit den Ressourcen umgeht, wieviel Wert man auf gute Schulbildung, Naturschutz und wieder erneuerbare Energien legt. Wir merken, die Ticos sind nicht nur Stolz auf ihr Land, sie tragen auch Sorge zu ihm.

 

Bei einem kleinen Zwischenstopp beim ristorante de iguanas zücken wir alle fleissig die Kameras und füllen die Filme mit grossen und kleinen Leguanen. In der Gartenanlage der Lodge schmunzeln wir über all die Pflanzen hier. Wunderschön. Und oft auch noch riesengross. Orchideen, Bromelien und ganz viele andere „Zimmerpflanzen“, die bei uns in den 70-igern Hochsaison in jeder guten Stube hatten.

 

Ein Ausflug zum Cano Negro lässt uns immer wieder „Ah“s und „Oh“s entlocken:

 

Im Norden des Landes ist es trockener. Hier heissen die rancheros sabanaresos. Unsere Lodge liegt an einem Fluss, der aus heissen Quellen gespeist ist. Sowohl im Fluss wie auch in den Poolbecken besteht keine Gefahr, kalte Füsse zu bekommen. Die Kapuzieneräffchen hier sind weniger scheu, ja, man kann ruhig sagen, die sind rotzfrech! Und wir verstehen nun endlich, warum die Ticos immer sagen, die Kapuzineraffen seien die aggressivsten. Einfach, weil sie es sind.

 

 

Nach drei tollen Wochen quer durch Costa Rica entspannen wir uns noch kurz am Strand: Sonne, Strand und Meer. Fazit: Drei Wochen Costa Rica? Vieeeel zu wenig!

 

 

Brigitte Klose, im Mai 2018