Irland – Einmal rundherum

Irland – Einmal rundherum

Abflug mit Swiss ab Zürich-Kloten und 2 1/2 Stunden später übernehmen wir bereits unseren Mietwagen in Dublin.
Kurz darauf beginnt unser Abenteuer „The Wild Atlantic Way“ rund um die Insel; und das auf der linken Strassenseite!

 

Zuerst noch etwas zögerlich und froh, dass noch ein Copilot daneben sitzt, der die Nähe zur linken Strassenseite im Auge hat und in den vielen Roundabouts (Rondellen) helfen kann, wo es jetzt genau wieder rausgeht, kommen wir doch gut in Belfast/Nordirland an.
Am Nachmittag schauen wir uns die Innenstadt an, die teilweise noch recht gezeichnet ist von den jahrelangen Unruhen. Es gibt ärmliche Quartiere, aber auch sehr moderne, z.B. rund um das Titanic Museum – ein spannender Ort. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit und geben uns Tipps, was wir in Irland unbedingt besuchen sollten. Wir sind angekommen.
In Nordirland gelten übrigens Mph/Miles per hour und Irische Pfund.

Am nächsten Tag haben wir viel vor. Wir fahren los von Belfast in Richtung Norden und schon sehen wir das erste Castle Carrickfergus, welches wir kurz besichtigen – wir sind beeindruckt; – auch von der schönen Landschaft und der Küste. Das nächste Ziel ist nach dem Aussichtspunkt „Fair Head“ der gespenstische Wald aus dem Film „Game of Thrones“, der „Dark Hedges“ . Den muss ich unbedingt sehen, weil die Bilder, die ich gesehen habe, mich total faszinieren und ich gespannt bin, wie das live aussieht. Wir finden die Allee nach längerem Suchen und – wow! –  tatsächlich eine unglaubliche Szenerie. Und wenn da noch Nebelschwaden durchziehen, absolut filmreif. Wir sind begeistert!

 

Nun müssen wir uns aber beeilen, weil wir heute noch den „Giants Causeway“ und die „Carrick-a-Rede Rope Bridge“ besuchen wollen. Dort hat es nun aber enorm viele Leute und wir fahren darum auch bald wieder weiter vorbei an den faszinierenden Ruinen von Dunluce Castle nach Portrush. Wir sind gespannt, was uns in unserem ersten B&B erwartet.

 

Eine nette Lady empfängt uns und erklärt uns sofort, wo wir gut essen und trinken können. Das Zimmer ist klein, aber herzig und es ist alles vorhanden. Unsere Lady möchte noch wissen, was wir frühstücken möchten – ob typisch irish mit „Black Pudding“ (Blutwurst) und so. „Nein danke. Lieber Eier und Speck!“
Ein intensiver Tag geht zu Ende und wir gehen mit vielen neuen Eindrücken schlafen.

Kaum gefrühstückt haben wir was vor: eine Führung in der Bushmills Whiskey Distillery. Hier lernen wir die ganzen Abläufe kennen bis der Whiskey in der Flasche ist. Übrigens den Whiskey aus Irland schreibt man mit „e“ und alle anderen ohne, nämlich Whisky. Nun geht es aber weiter, zurück in die Republik Irland, wo nun wieder Kilometer und Euro gelten. Via Derry fahren wir nach Donegal Town. Ein hübsches Städtchen am Meer mit viel Atmosphäre. Unser B&B ist etwas ausserhalb auf einem Hügel mit viel Weitblick und Schafweiden ums Haus. Ja, die Schafe sind allgegenwärtig in Irland, Schwarzkopfschafe und andere. Oft farbig angespritzt in pink, blau oder grün, damit die Zugehörigkeit klar ist.

 

Auf unserer Weiterreise fahren wir Richtung Süden entlang der Küste, genannt „The Wild Atlantic Way“, nach Westport; ein malerischer Ort am Meer und weiter nach Clifden. Auf dem Weg befindet sich der einzige Fjord Irlands, der „Killary Fjord“, sowie die bekannte und gut besuchte „Kylemore Abbey“. Wir fahren durch wunderschöne Gegenden, viel Natur mit üppig grünen Wiesen, vielen Gewässern, Seen und wenig verbauten Bächen.
Es gefällt uns sehr gut!

 

In Pubs lernen wir immer wieder nette Menschen kennen. Eines Abends erklären sie uns die Sportart „Hurling“; the fastest game on grass. Ein Manschaftssport keltischen Ursprungs, der mit komischen Schlägern und einem Ball gespielt wird – tönt spannend.

Jetzt muss ich auch mal das Essen erwähnen, z.B heute ein wunderbares Lammrack mit Brat-Kartoffeln und Gemüse, … lecker. Oder die köstlichen Moules mit Fries und Salat und zum Dessert einen feinen Rhabarberkuchen mit Crumbles. Mmh, wirklich sehr fein.

 

Einzig in Dublin haben wir nie das richtige Restaurant gefunden. Da mussten wir uns mit eher lieblosem Touristen-Essen begnügen. Aber sicher gibt es auch da gute Lokale. Nun geht unsere Reise via Galway weiter nach Ballyvaughan durch die karge Gegend Burren zum County Clare. Hier befinden sich die berühmten „Cliffs of Moher“. Ein gigantischer Anblick; die schroffen Felswände steil abfallend zum Meer, ein Sehenswürdigkeit, die nicht fehlen darf.
Auch haben wir zuvor schon eine weniger berühmte, aber ebenfalls sehr beeindruckende Felsenküste besucht mit dem Downpatrick Head – sehr lohnenswert und kaum Touristen.

 

Heute übernachten wir nobel, im Ard na Sidhe Country House. Eine herrschaftliche Anlage mit gediegener Atmosphäre, aber völlig unkompliziert.
Von hier aus besuchen wir die Gegend des berühmten „Ring of Kerry, Dingle und Ring of Beara“ inkl. „Muckross House“. Ein grosses Museum mit tollen Gärten. Einmal mehr eindrucksvolle Landschaften und tolle Küsten.

 

Ab Killorglin fahren wir über den „Healy Pass“ mit schönem Weitblick an die Südküste nach Baltimore. Hier empfängt uns eine freundliche Schweizerin im B&B mitten im Zentrum der kleinen Ortschaft. Ein feines Nachtessen bei Sonnenuntergang am kleinen Hafen von Baltimore krönt den Tag. Über Ardmore gelangen wir entlang der Südküste nach Cobh und hier machen wir einen Besuch im Heritage Centre und lassen uns in die Zeit der vielen irischen Auswanderer versetzen. Eine schwierige Zeit für Irland mit vielen Arbeitslosen und Hungersnot.

 

Über die Wicklow Mountains fahren wir zum Flughafen Dublin, geben da unseren Wagen zurück und fahren mit dem Flughafen Express ins Zentrum von Dublin. Hier möchte ich noch erwähnen, dass die Strassen in Irland über Land teilweise sehr schmal sind. Auch der Belag hätte da und dort eine Sanierung nötig. Es lohnt sich, genügend Zeit einzurechnen.

 

Die letzten 3 Nächte verbringen wir in der schönen und überschaubaren Stadt Dublin mit Sightseeing Tours Hop-on-off Bus, Trinity College, Temple Bar etc.

 

Nach gut zwei Wochen fliegen wir zufrieden und voll von schönen Eindrücken zurück und wissen, dass wir Irland sehr gerne wieder besuchen werden.

Eveline Meierhofer, im September 2018

 

Übrigens, das Wetter war perfektes Reisewetter mit viel Sonne, Wind, Wolken. Kaum ein paar Tropfen Regen. Halt so richtiges Inselwetter, wie die Iren sagen.