Riga

riga_markthallenAm 1. Februar 2007 war es soweit. Ich, Martina Anliker und meine damalige Oberstiftin Melanie Graf, reisten zusammen mit vielen anderen Reisebüro-Agenten nach Riga, in die Hauptstadt von Lettland.
Nach einem Superflug mit Czech Airline (Umsteigen in Prag) begann unser kaltes Wochenende in Riga.
Die ganze Gruppe verteilte sich auf drei Cars, die für uns bereit standen. Jede Gruppe bekam eine Reiseleiterin, die uns auf dem Weg in die Altstadt ein wenig über die Geschichte dieser schönen Hauptstadt erzählte.

Bestens eingepackt und geschützt vor der eisigen Kälte, begaben wir uns auf die lange und sehr interessante Stadtführung. Nachdem unsere Reiseleiterin über das Schwarzhäupterhaus, die riesige Kirche und die vielen Türmchen auf den Dächern berichtete, führte sie uns zu einem Haus, welches sehr schön geschmückt war. Sie bat uns herein, um uns dieses Prachthaus von innen anzusehen. Dies war jedoch nur ein Vorwand. In Wirklichkeit lockte sie uns in den Keller, in welchem wir viele Stühle vorfanden. Wir setzten uns uriga_melomnd schon ging es los. Vier einheimische Männer begrüssten uns mit einheimischen Liedern. Es klang super, obwohl wir nichts verstanden haben.
Als dieser Spass vorbei war, ging es wieder raus in die Kälte und den Schnee. Schon war es halb dunkel, als uns die Reiseleiterin wieder in ein Haus lockte. Im Zimmer war es dunkel, nur ein paar Kerzen erhellten den Raum. Ein Engländer war als alter Riganer verkleidet und hielt auf Englisch eine kleine Willkommensrede. Er erzählte uns danach über einen Trank, den man in Riga früher als Medizin nahm. Sie nahmen diese ein, schon bevor sie krank wurden, denn so konnten sie Krankheiten vermeiden und waren stets gesund.
Nun war es soweit, jeder bekam ein kleines Glässchen voll Kräuter-Heil-Saft. Melanie und ich rätselten darüber, wie man das wohl trinkt. Auf Ex oder doch langsam? Nachdem uns der Geruch dieses Getränks in die Nase stieg, beschlossen wir, dass wir dies auf Ex trinken sollten, was wir auch machten. Der Engländer erzählte darauf, man müsse diesen Saft langsam trinken und geniessen. Melanie und ich waren jedoch froh, es schnell heruntergekippt zu haben. Geniessen konnten wir zwei dieses Getränk nämlich nicht. 🙂 Den anderen scheint es aber geschmeckt zu haben.
riga_terrasseDanach war der Stadtrundgang beendet und wir spazierten zu unserem Hotel. Nach dem Zimmerbezug wollten wir in die Sky-Bar, die sich im obersten Stock des Hotels Reval Latvija befand, da wir Gutscheine für einen Drink bekommen haben. Als wir jedoch reinspazierten, hielt mich der Türsteher fest; Zugang erst ab 21 Jahren. Wir erklärten ihm, dass wir zur Gruppe gehörten und auch Gutscheine bekommen haben. Er blieb aber hart, deshalb verbrachten wir unseren ersten Abend im Zimmer.
Am nächsten Tag besuchten wir die Staatsoper von Riga. Als Überraschung kam sogar die Opernsängerin und sang uns ein Lied vor. Danach setzten wir uns wieder in die Cars. Sie hielten vor den Markthallen von Riga. Es gab allerlei Sachen. Eine Halle mit Fisch und Fleisch, eine mit Gemüse und Früchten, eine andere mit Brot, Backwaren und Käse und in einer weiteren fand man Kleider und Blumen. Überall durften wir ein wenig kosten.
Hungrig machten wir uns auf den Weg nach Jurmala. Dort wartete auch schon unser wunderbares Mittagessen. Vom Esssaal aus hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das wellige Meer und den Strand belegt mit Schnee. Ich hatte noch nie zuvor ein „Schnee-Strand“ gesehen. Während einer Wellness-Behandlung durften wir nun endlich ein wenig entspannen.
Am Abend spazierten alle Agenten zu einem Restaurant, in dem wir ein köstliches Abendessen erhielten. Dazu spielte eine Live-Band. Melo-M ist ihr Name und in Riga sehr bekannt. Alle hatten grossen Spass mit ihnen und wir wollten schon gar nicht mehr weg von dort. Diese Band war einfach fantastisch!
Nach dem lustigen und unterhaltsamen Abend machten wir uns los in die „angesagteste Disco“ in der Hauptstadt. Da wir den Erwachsenen erzählt haben, was uns am Vorabend in der Hotelbar passiert war, nahmen sie uns mit. Der Türsteher verlangte jedoch erneut von allen den Ausweis und er liess uns wieder nicht hinein. Es sei erst ab 21 Jahren. Wir erklärten auch ihm, dass wir zusammen mit der Gruppe seien und wir ebenfalls Gutscheine haben. Er blieb aber hartnäckig und änderte seine Meinung nicht. Da wir jedoch unser Abend nicht noch einmal im Zimmer verbringen wollten, beschlossen wir, mit den anderen von der Gruppe in die Sky-Bar zu gehen. Endlich kamen wir rein. Nach einem wunderschönen Anblick über die Lichterstadt und einem Drink ging der Abend zu Ende.
Am nächsten Morgen sah man jedoch deutlich, wer in der Disco war. Trotz müden Gesichtern und wenig Schlaf gingriga_restorans es weiter zu einer Hotelbesichtigung. Gestärkt nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es nun mit dem Car wieder zurück an den Flughafen und mit der Czech Airline via Prag nach Zürich.

Riga ist eine schöne Stadt und ist touristisch noch nicht übersättigt. Einige Einheimische haben sich noch nicht an den Tourismus gewöhnt und scheinen deswegen noch etwas unfreundlich.
Jugendliche sollten wissen, dass in vielen Discos, Bars und Clubs der Eintritt erst ab 21 Jahren genehmigt wird.
Diese interessante Studienreise wurde durch den Reiseveranstalter KIRA Reisen organisiert und durchgeführt. KIRA-Reisen ist Spezialist für Osteuropa, Russland, China sowie Wasserfahrten und Bahnreisen in diesen Gebieten.
Martina Anliker, 2. Lehrjahr, Oktober 2007

 

Anmerkung vom 27.11.2015:

riga_balzamsRiga ist nach wie vor schön und eine Reise wert. Inzwischen ist die Hauptstadt an Touristen gewöhnt und bietet darum neben vielen Geschäften, Souvenirläden, Cafés und Restaurants auch tolle Führungen durch die Stadt an. Die Stadt ist bekannt für seine Jugendstil-Bauten; ein Muss für Architektur- und Kunstliebhaber. Die Medizin, von der Martina erzählt, ist vermutlich der Riga-Balzams. Riga-Balzams gibt es in Original und „neu“ auch mit Johannisbeer- oder Erdbeergeschmack. Die Johannisbeer-Variante ist der Verkaufsschlager. Ich weiss auch warum: ich hab’s probiert! Die Aussicht von der Sky-Bar aus ist wirklich empfehlenswert. Zur Zeit gibt es ab Zürich Direktflüge nach Riga, dem Hub der Baltic Airways.

Unseren beiden Ex-Lehrlingen Martina Anliker und Melanie Graf wünsche ich alles Gute und freue mich immer wieder, von ihnen zu hören: Macheds guet, ihr zwei!

Brigitte Klose, im November 2015